1971 - 1980 · Dr. Feelgood

Milk and Alcohol

Veröffentlichung Jahr: Januar 1979 Album: Private Practice (1978) Label: United Artists Genre: Pub Rock / R&B / Blues Rock Über die Band: Dr. Feelgood Dr.

Dr. Feelgood: Milk and Alcohol

Veröffentlichung

Jahr: Januar 1979

Album: Private Practice (1978)

Label: United Artists

Genre: Pub Rock / R&B / Blues Rock

Über die Band: Dr. Feelgood

Dr. Feelgood war eine britische Pub-Rock-Band, die Anfang der 1970er in Canvey Island, Essex, entstand. Sie sind bekannt für ihren schnörkellosen, energiegeladenen Rhythm & Blues-Stil. In der Frühzeit war Gitarrist Wilko Johnson prägend, doch Milk and Alcohol entstand nach dessen Ausstieg.

Songwriting & Inspiration

Autoren: Nick Lowe & Gypie Mayo (Gitarrist bei Dr. Feelgood)

Thema: Der Text beschreibt ein unangenehmes Erlebnis bei einem Konzert des Bluesmusikers John Lee Hooker, bei dem der Protagonist „milk and alcohol“ trinkt – ein etwas abwertender Kommentar auf die Szene und sich selbst.

Der Song reflektiert ironisch das Gefühl von Kater, Ernüchterung und genereller Desillusion mit Musik und Alkohol.

Songtext-Zeile (Auszug)

“White boy in town
Big black, big black, dirty old gun
Got me on the run
Milk and alcohol…”

Die Zeile spielt auf Gegensätze (weiß/schwarz, Milch/Alkohol) an – ein Spiel mit kulturellen Codes und dem Gegensatz zwischen Naivität und Reife.

Fun Fact

Der Songtitel „Milk and Alcohol“ bezieht sich konkret auf die Kombination von Milch mit Kognak oder Brandy, was in manchen Kreisen als „Hangover Drink“ oder bizarre Kombination galt.

Gypie Mayo war eigentlich Gitarrist in Rock- und Jazzbands – sein Einstieg brachte neuen Schwung in den Sound der Band.

Youtube

Dr. Feelgood – Bandbiografie

Ursprung

Gegründet: 1971

Herkunft: Canvey Island, Essex, England

Genre: Pub Rock, Rhythm and Blues, Rock’n’Roll

Aktiv: 1971 – heute (mit wechselnder Besetzung)

Ursprüngliche Besetzung

NameFunktion
Lee BrilleauxGesang, Mundharmonika
Wilko JohnsonGitarre, Songwriting
John B. SparksBass
The Big Figure (John Martin)Schlagzeug

Musikalischer Stil

Dr. Feelgood spielten schnörkellosen Rhythm & Blues, beeinflusst von amerikanischen Bluesmusikern wie Muddy Waters, Bo Diddley und Howlin’ Wolf.

Sie waren eine Gegenbewegung zum überproduzierten Progrock der frühen 1970er: direkt, roh, energiegeladen.

Ihre Auftritte waren intensiv, minimalistisch und von Straßencharme geprägt – ein Vorläufer des Punk-Ethos.

Einfluss & Bedeutung

Dr. Feelgood waren Vorläufer der Punkbewegung:
Bands wie The Clash, The Jam und Sex Pistols bewunderten ihre rohe Bühnenpräsenz.

Ihre Musik war „back to basics“: einfache Akkorde, schnelles Tempo, keine Effekte – echte Garage-Energie.

Der Gitarrenstil von Wilko Johnson war einzigartig: eine „hackernde“ Technik, bei der er gleichzeitig Rhythmus und Melodie spielte, ohne Plektrum.

Schicksalsschläge & Umbesetzungen

Wilko Johnson verließ 1977 nach internen Spannungen die Band. Er wurde ersetzt durch Gypie Mayo.

Lee Brilleaux blieb das Herz der Band bis zu seinem Tod 1994 an Krebs.

Nach Brilleauxs Tod gab es viele Umbesetzungen, aber die Band existiert bis heute – mit dem Segen von Brilleauxs Familie.

Heute

Die aktuelle Besetzung (Stand: 2020er) enthält keines der Originalmitglieder, doch Dr. Feelgood treten weiterhin auf und touren regelmäßig.

Die Musik bleibt eine feste Größe in der britischen Blues- und R&B-Szene.

Trivia

Der Name „Dr. Feelgood“ stammt aus einem alten Slang-Ausdruck für Drogen oder einen zweifelhaften Arzt.

Es gibt auch einen gleichnamigen Song von Willie Perryman (alias Piano Red) aus den 1950ern – möglicherweise Namensinspiration.