Entstehung & Veröffentlichung
Titel: Bobby Brown (Goes Down)
Künstler: Frank Zappa
Album: Sheik Yerbouti
Erscheinungsjahr: März 1979
Genre: Rock / Satire / Pop-Rock
Songlänge: 4:31
Zappa nahm den Song 1978 in den U.M.R.K. Studios (Utility Muffin Research Kitchen) in Los Angeles auf.
Inhalt & Bedeutung
Der Song erzählt die Geschichte von Bobby Brown, einem gutaussehenden, erfolgreichen, weißen College-Typen, der das Ideal des „American Dream“ verkörpert – nach außen hin der perfekte Junge.
Im Text wird dieses Bild jedoch ironisch und extrem satirisch gebrochen:
Bobby ist sexistisch, arrogant und homophob.
Nach einer Begegnung mit einer radikalen Feministin ändert sich sein Leben – er entdeckt homosexuelle Praktiken, S/M und deviante Sexualität.
Thema: Zappa benutzt die Figur „Bobby Brown“ als Karikatur der spießigen, sexistischen US-Macho-Kultur der 1970er-Jahre.
Der Song gilt als bissige Gesellschaftskritik, verpackt in scheinbar fröhliche Musik mit Ohrwurm-Refrain.
Kontroversen
In den USA wurde der Song wegen seines expliziten Inhalts (sexuelle Praktiken, Homosexualität, BDSM) kaum im Radio gespielt.
Viele Radiosender boykottierten ihn, weil die Texte als anstößig galten.
Rezeption
n Europa wurde Bobby Brown Zappas größter kommerzieller Hit.
Kritiker spaltete der Song:
Manche sahen ihn als scharfe Gesellschaftssatire.
Andere warfen ihm Sexismus und Geschmacklosigkeit vor.
In Deutschland gehört er bis heute zu den bekanntesten Rock-Songs der späten 70er.
Fun Facts
Der Song ist ein Beispiel dafür, wie Zappa Mainstream-Hits schrieb, ohne je „Mainstream“ sein zu wollen.
Er selbst bezeichnete den Erfolg in Europa als „ziemlich bizarr“, da er den Song eher als ironische Provokation verstand.
Sheik Yerbouti ist mit über 2 Millionen verkauften Exemplaren Zappas meistverkauftes Album – auch wegen Bobby Brown.
Youtube
Bio – Frank Zappa
Cecil Womack (25. September 1947 – 25. Januar 2013)
Geburtsname: Frank Vincent Zappa
Geboren: 21. Dezember 1940 in Baltimore, Maryland (USA)
Gestorben: 4. Dezember 1993 in Los Angeles, Kalifornien (USA)
Zappa wuchs in einer italo-amerikanischen Familie auf. Als Jugendlicher interessierte er sich stark für Chemie, Elektronik, klassische Musik (vor allem Edgar Varèse) und Rhythm & Blues.
Er brachte sich weitgehend autodidaktisch Gitarre und Komposition bei.
Karriere
In den frühen 1960er-Jahren begann er in Kalifornien als Musiker, Komponist und Studio-Techniker.
1965 gründete er die Band The Mothers of Invention – eine der ersten experimentellen Rockgruppen.
Debütalbum: “Freak Out!” (1966) – eines der ersten Konzeptdoppelalben der Rockgeschichte, eine Mischung aus Rock, Doo-Wop, Avantgarde und Satire.
Stil & Merkmale
Frank Zappa war ein Ausnahme-Künstler:
Genres: Rock, Jazz, Avantgarde, Klassik, Blues, elektronische Musik.
Markenzeichen: Ironie, Satire, Gesellschaftskritik, komplexe Kompositionen, Virtuosität an der Gitarre.
Texte oft provokant, obszön, politisch und humorvoll.
Er verband ernste moderne Musik (Bartók, Varèse, Strawinsky) mit Popkultur und Rock.
Haltung & Politik
Zensurgegner: Zappa kämpfte in den 1980ern gegen das PMRC (Parents Music Resource Center), das „Warnlabels“ auf Schallplatten einführen wollte.
Gesellschaftskritiker: Spottete über Politik, Religion, Moralvorstellungen und den „American Way of Life“.
Er trat zeitweise sogar als politischer Aktivist auf und überlegte Anfang der 1990er, für das Präsidentenamt der USA zu kandidieren.
Privatleben
Verheiratet mit Gail Zappa (geb. Sloatman) von 1967 bis zu seinem Tod.
Vier Kinder: Moon Unit, Dweezil, Ahmet, Diva – alle ebenfalls künstlerisch aktiv.
Tod
1990 wurde bei Zappa Prostatakrebs diagnostiziert.
Er starb am 4. Dezember 1993 im Alter von nur 52 Jahren in Los Angeles.
Auf seinem Grabstein steht schlicht: “Frank Zappa – 1940–1993” (ohne weitere Inschriften).
Vermächtnis
Frank Zappa gilt als einer der innovativsten, vielseitigsten und einflussreichsten Musiker des 20. Jahrhunderts.
Er verband scheinbar unvereinbare Genres und prägte Rock, Jazz, Fusion und Avantgarde gleichermaßen.
Sein Werk ist bis heute Kult und wird von Fans und Musikern weltweit verehrt.
1995 wurde er posthum in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.
1997 erhielt er einen Grammy Lifetime Achievement Award.