1971 - 1980 · Polo Hofer

Kiosk

Hintergrund & Veröffentlichung 1976 erschien „Kiosk“ als Single der Band Rumpelstilz, der Hofer gemeinsam mit Hanery Amman angehörte, auf dem Album Füüf Narre im Charre (1976).

Polo Hofer: Kiosk

Hintergrund & Veröffentlichung

1976 erschien „Kiosk“ als Single der Band Rumpelstilz, der Hofer gemeinsam mit Hanery Amman angehörte, auf dem Album Füüf Narre im Charre (1976). Die deutsche LP-Version erschien 1977 als Fünf Narren im Karren

Der Song wurde sofort zum Mega-Hit und erreichte in der Schweiz Platz 2 der Hitparade. Mit einer hochdeutschen Version wurde er auch in Deutschland ein Erfolg, mit über 600.000 verkauften Singles

Musik & Stil

Musikalisch kombiniert „Kiosk“ einen lässigen Reggae-ähnlichen Groove mit Americana-, Blues- und Southern-Rock-Anklängen, gepaart mit Akkordeon-Sounds – ein stilprägender Sound für Schweizer Mundartrock

Der Rhythmus und Groove weisen deutliche Ähnlichkeiten zum Song „Dixie Chicken“ (1973) von Little Feat auf. Kritiker warfen Polo Hofer und Rumpelstilz entsprechende Ähnlichkeiten vor; es gab sogar rechtliche Diskussionen über eine mögliche Urheberrechtsverletzung

Text & Bedeutung

Der Protagonist im Text ist Gottfried Stutz, der sich scherzhaft fragt:

„Bini Gottfried Stutz e Kiosk? Oder e Bank?…“
Er sorgt für Andere, leiht aus, wird ausgenutzt – und fühlt sich am Ende selbst als Gesuchter, nicht als sozialer Dienstleister

Der Text ist halb humorvoll, halb gesellschaftskritisch: Er schildert den Alltag eines Menschen, den alle respektieren – solange er etwas gibt, aber betrügen, sobald er nichts mehr hat.

Rezeption & Kultstatus

Kiosk“ gilt als einer der grössten Schweizer Pop-Hits und ein fester Bestandteil des musikalischen Volksguts in der Schweiz

In Foren wird der Song als „absolute Classic“ bezeichnet:

„This Song about the daily choosingbeggar is an absolute classic in Switzerland.“
Und ergänzt:
„I think it was more known within the Flachland since it was sung by Polo Hofer ä Bärner :-)“

Polo Hofer & Rumpelstilz

Polo Hofer (Urs Alfred Hofer, 1945–2017) gründete Rumpelstilz 1971 mit Hanery Amman und weiteren Musikern. „Kiosk“ wurde zu einem der prägenden Songs dieser ersten Schweizer Mundartrock-Band

Innerhalb von Rumpelstilz war Polo Hofer als Texter, Ideengeber und PR-Leiter sehr dominant. Mit dem Erfolg von Songs wie „Kiosk“ bewies er, dass man auch in der Schweiz professionell vom Mundartrock leben konnte – ein Meilenstein für die Schweizer Musikindustrie

Wirkung & Einsatz

Der Song wurde 2010 von PostFinance in einer iApp-Werbekampagne verwendet:
Die App erleichtert das Überweisen kleiner Beträge, ganz wie die Vermeidung, immer wieder ausgebeutet zu werden – ein cleveres Spiel mit Thema und Titel

Zahlreiche Schweizer Künstler haben „Kiosk“ gecovert, etwa Stefanie Heinzmann in der SRF-Sendung Polo Hofer & Friends – ihre Soul-Version sorgte für Gänsehaut bei Polo selbst

Youtube

Bio – Polo Hofer

Frühes Leben

Geburtsname: Urs Alfred Hofer

Geboren: 16. März 1945, Interlaken, Schweiz

Gestorben: 22. Juli 2017, Oberhofen am Thunersee

Beruf: Musiker, Sänger, Texter, Komponist

Spitzname: „Polo National“ – weil er als Volksikone galt

Musikalische Karriere

Frühe Jahre

Zunächst Schlagzeuger in diversen Bands wie The Jetmen, später Sänger bei The Silent Majority.

Anfangs englischsprachige Musik – erst ab 1971 begann er, auf Berndeutsch zu texten und zu singen.

Rumpelstilz (1971–1979)

1971 gründete Polo Hofer mit Hanery Amman die Band Rumpelstilz.

Sie wurde zur ersten grossen Mundartrock-Band der Schweiz.

Grösster Hit: Kiosk (1976) – ein Meilenstein in der Schweizer Musikgeschichte.

Solo & SchmetterBand

Nach Auflösung von Rumpelstilz: Gründung der SchmetterBand (ab 1980er)

Zahlreiche erfolgreiche Alben und Tourneen – Härzbluet, Giggerig, Poetä, Zäller & Phantaste

1990er- und 2000er-Jahre: Zusammenarbeit mit Stefanie Heinzmann, Patent Ochsner, Züri West u. a.

Letzter Auftritt

Letztes Konzert: 2013 am Gurtenfestival in Bern

Danach Rückzug wegen gesundheitlicher Probleme

Einfluss & Bedeutung

Pionier des Mundartrocks – machte Berndeutsch in der Popmusik salonfähig

Über 20 Alben, hunderte Songs – viele wurden zu Klassikern:
Kiosk, Alperose, Im letschte Tram, Bim Syteschlitz u. v. m.

Politisch engagiert, linksorientiert, sozialkritisch, aber stets humorvoll

Texte & Stil

Texte mit Alltagsbeobachtungen, Witz, Gesellschaftskritik

Er behandelte Themen wie Liebe, Drogen, Altern, Politik, Heimatgefühl

Sprach oft im Namen der „kleinen Leute“ – mit Herz, aber ohne Pathos

Tod & Nachruf

Polo Hofer starb am 22. Juli 2017 nach langer Krankheit im Alter von 72 Jahren

Bundesrat Alain Berset schrieb: „Er war die poetische Stimme des Volkes. Seine Lieder haben Generationen geprägt.“

Wissenswertes

Dokumentation: Polo Hofer – A Portrait (SRF, mehrfach ausgestrahlt)

Autobiografie: Ärdeschön (2004)

Posthum erschienene Alben & Tribute-Konzerte

Kurzprofil

BereichDetails
NameUrs Alfred „Polo“ Hofer
Geboren16. März 1945, Interlaken
Gestorben22. Juli 2017, Oberhofen
BandRumpelstilz, SchmetterBand
SprachenBerndeutsch
HitsKiosk, Alperose, Härzbluet
BerufungMusiker, Poet, Kultfigur