Ursprung & Hintergrund
Der Song „Cry to Me“ wurde ursprünglich von Solomon Burke aufgenommen und 1962 veröffentlicht.
Komponiert wurde er von Bert Berns (unter Pseudonym „Bert Russell“) und erschien bei Atlantic Records.
Precious Wilson, bekannt als Solosängerin sowie früher als Frontfrau der Disco- und Soul-Band Eruption, nahm eine Coverversion dieses Songs auf.
Veröffentlichung & Produktion
Precious Wilsons Version trägt häufig den Titel „Cr-Cr-Cr-Cry to Me“ als Single.
Die Single erschien im Juli 1980 bei Hansa („Hansa 102 213“) mit einer Länge von ca. 4:22.
Produziert wurde die Version von Frank Farian, mit Co-Produktion von Rainer M. Ehrhardt.
Die Aufnahme fand im Rahmen von Wilsons Solo-Karriere statt, nachdem sie Eruption verlassen hatte oder parallel zu ihrer Solokarriere.
Der Song wurde als erste Single aus ihrem Soloalbum On the Race Track veröffentlicht (Album erschien Oktober 1980).
Musikalische Ausgestaltung & Stil
Gegenüber der Original-Soul-Version von Solomon Burke wurde Wilsons Version im Disco/Pop-Stil arrangiert – typischer für ihre Zeit und Produzenten.
Der Text bleibt im Kern gleich: Jemand ist verlassen, fühlt sich allein, und der Sänger bietet sich an als Trost („cry to me / wein dich bei mir aus“).
Die Produktion kombiniert disco-typische Elemente: gleichmäßiger Beat, getanztaugliche Tempi, stilisierte Instrumentierung – angepasst an Wilsons Stimme und das Genre der frühen 80er.
Erfolg & Charts
In der Schweiz erreichte die Wilson-Version Platz #3 in den Charts.
In den Niederlanden und Belgien erreichte sie Platz 12.
In Deutschland schaffte sie keine nennenswerte Platzierung.
Die Single hielt sich etwa 8 Wochen in der Schweiz.
Bedeutung & Wirkung
Der Song markiert einen wichtigen Schritt in Precious Wilsons Solokarriere — er zeigte, dass sie auch eigenständig erfolgreich sein kann, nicht nur mit Eruption.
Musikalisch steht er exemplarisch für die Disco-Ära, in der Soulklassiker neu interpretiert wurden, um in Clubs und auf Radiosendern der frühen 80er zu funktionieren.
Für Fans von Wilson zeigt er ihre Stil-Diversität: Sie bleibt mit diesem Song nahe am Soul, wandelt ihn aber in Richtung Pop/Disco um.
Veröffentlichungen & Varianten
Der Song ist enthalten auf dem Album On the Race Track (1980).
Auch enthalten auf Kompilationen wie „Greatest Hits“ mit Wilson.
Es existiert eine Musikvideo/TV-Performance von Wilson (z. B. im deutschen TV) zu diesem Song.
Fazit
„Cry to Me“ von Precious Wilson ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie ein Soul-Klassiker neu interpretiert wurde und eine zeitgemäße Disco-/Pop-Fassung erhielt. Für Wilson war es ein kommerziell bedeutsamer Erfolg – insbesondere in der Schweiz – und ein Meilenstein in ihrer Solokarriere.
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Bio von Precious Wilson
Frühes Leben
Vollständiger Name: Precious Wilson
Geburtsdatum: 18. Oktober 1957
Geburtsort: Spanish Town, Jamaika
Nationalität: Britisch-jamaikanisch
Precious zog als Kind nach England, wo sie später ihre musikalische Karriere begann. Sie wuchs in einer musikalischen Umgebung auf und sang schon früh in Kirchenchören.
Karrierebeginn – Eruption
Mitte der 1970er trat Wilson der britischen Band Eruption bei – zunächst als Background-Sängerin.
Bald übernahm sie die Rolle der Leadsängerin, nachdem die ursprüngliche Sängerin die Gruppe verlassen hatte.
Der Durchbruch gelang Eruption 1977/78, als sie unter Frank Farians Label Hansa Records (bekannt für Boney M.) unter Vertrag genommen wurden.
Erfolge mit Eruption
Precious Wilson wurde mit Eruption international bekannt durch mehrere Hits:
„I Can’t Stand the Rain“ (1977) – eine Disco-Version des Ann-Peebles-Klassikers, erreichte weltweit hohe Chartplatzierungen.
„One Way Ticket“ (1978) – ein Cover des Neil-Sedaka-Songs, wurde ein internationaler Disco-Hit (u. a. Platz 1 in Österreich).
Ihre warme, ausdrucksstarke Soulstimme war ein entscheidendes Markenzeichen des Eruption-Sounds.
Solo-Karriere
1980 verließ Wilson Eruption, um eine Solokarriere zu starten – weiterhin produziert von Frank Farian.
Ihr erstes Soloalbum On the Race Track (1980) erschien bei Hansa Records.
Enthielt den großen Hit „Cry to Me“, der in der Schweiz Platz 3 erreichte.
Weitere Soloalben:
All Coloured in Love (1982)
Precious Wilson (1986) – mit der Single I’ll Be Your Friend
Ihr Stil bewegte sich zwischen Disco, Soul, Funk und später Pop- und Dance-Einflüssen.
Bekannte Songs (Solo & mit Eruption)
| Jahr | Song | Rolle |
|---|---|---|
| 1977 | I Can’t Stand the Rain | Eruption (Lead Vocal) |
| 1978 | One Way Ticket | Eruption (Lead Vocal) |
| 1980 | Cry to Me | Solo |
| 1982 | We Are on the Race Track | Solo |
| 1986 | I’ll Be Your Friend | Solo |
Spätere Jahre & Wirken
Precious Wilson blieb im Musikgeschäft aktiv, trat regelmäßig auf 70er/80er-Revival-Shows auf und war in zahlreichen TV-Sendungen zu sehen.
Sie tourte in Europa, vor allem in Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden, wo sie nach wie vor eine treue Fanbasis hat.
Neben Musik engagierte sie sich in karitativen Projekten und als Vocal-Coach.
Stimme & Stil
Wilsons Stimme ist kraftvoll, soulig und warm – oft verglichen mit Tina Turner und Gloria Gaynor.
Ihre Songs verbinden emotionalen Soulgesang mit tanzbarem Disco-Sound.
Sie gilt als eine der charismatischsten Sängerinnen der europäischen Disco-Ära.
Vermächtnis
Ihre Karriere ist ein Beispiel dafür, wie eine jamaikanisch-britische Künstlerin globale Musikstile – Soul, Funk, Disco – erfolgreich verbinden konnte.
Precious Wilson wird heute als eine der prägendsten Stimmen der späten 70er-Disco-Szene angesehen.
Ihre Songs erscheinen regelmäßig auf Retro-Compilations und sie bleibt eine feste Größe auf 80er-Events weltweit.