1991 - 2001 · Radiohead

Creep

Fakten & Hintergrund Künstler: Radiohead Album: Pablo Honey (Debütalbum) Erstveröffentlichung als Single: 21.

Radiohead: Creep

Fakten & Hintergrund

Künstler: Radiohead

Album: Pablo Honey (Debütalbum)

Erstveröffentlichung als Single: 21. September 1992

Später als Teil von Pablo Honey veröffentlicht: Februar 1993

Entstehung & Songstruktur

Thom Yorke schrieb „Creep“ schon in Studienzeiten, bevor die Band so richtig bekannt war.

Der Song war ursprünglich gar nicht als Singlefavorit geplant, sondern entstand mehr oder weniger „nebenbei“ bei Aufnahmen.

Musikalisch: ruhige Strophen mit leisem Instrumental, kombiniert mit einem sehr expressiven, verzerrten Gitarrenpart im Refrain („quiet-loud-quiet“ Dynamik), was später zu einem Charakteristikum wurde.

Bedeutung / Tekst & Interpretation

Thema: Gefühle von Ausgrenzung, Nicht-Dazugehören, Selbstzweifel, besonders in Bezug auf eine Person, zu der man sich hingezogen fühlt, die man aber als „über dem eigenen Niveau“ empfindet.

Die berühmten Zeilen „I’m a creep / I’m a weirdo / What the hell am I doing here?“ drücken genau dieses Gefühl aus: man fühlt sich fremd, minderwertig, „anders“.

Thom Yorke äußerte sich später kritisch über den Song und die Lyrics; er findet, sie seien unspektakulär oder nicht perfekt. Trotzdem wurde Creep der Song, der Radiohead international bekannt gemacht hat

Reaktion, Veröffentlichung & Erfolg

Der Song floppt zunächst: Bei der Erstveröffentlichung 1992 kam er nur auf Platz 78 in UK und nur etwa 6.000 verkaufte Exemplare.

BBC Radio 1 weigerte sich zunächst, ihn zu spielen, weil er als „zu deprimierend“ galt.

Aber: Über Zeit gewann er durch Radio-Airplay außerhalb UK, insbesondere in den USA, Israel, Neuseeland etc., an Bekanntheit.

1993 wurde er dann nochmals in UK neu veröffentlicht — mit Erfolg: jetzt gelangte er in die Charts höher.

Kulturelle Wirkung & Legacy

Creep ist bis heute einer der bekanntesten Songs von Radiohead.

Es wird oft als „Anthem“ für Außenseiter bezeichnet, ein Song, in dem sich viele Menschen mit Selbstzweifeln oder mit dem Gefühl, nicht zu gehören, identifizieren. Das gibt dem Song bleibende Relevanz.

Obwohl Radiohead sich später stilistisch stark weiterentwickelten und oft Songs machen, die musikalisch komplexer sind, wird Creep regelmäßig wieder in Konzerten und Best-of-Sammlungen gespielt.

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Bio – Radiohead

Gründung & Frühe Jahre

Gegründet: 1985 in Abingdon, Oxfordshire, England.

Die Bandmitglieder lernten sich an der Abingdon School kennen.

Ursprünglicher Bandname: On a Friday (weil sie an Freitagen probten).

1991 benannten sie sich um in Radiohead, nach einem Song der Talking Heads (Radio Head von 1986).

Mitglieder (Kernbesetzung bis heute)

Thom Yorke – Gesang, Gitarre, Piano

Jonny Greenwood – Lead-Gitarre, Keyboards, verschiedene Instrumente

Ed O’Brien – Gitarre, Backgroundgesang

Colin Greenwood – Bass

Phil Selway – Schlagzeug

Durchbruch

1992 unterschrieben Radiohead bei EMI.

Erste Single: „Creep“ (1992). Zunächst Flop in UK, später durch US-Radio ein internationaler Hit.

Debütalbum: Pablo Honey (1993) – brachte Radiohead den ersten großen Erfolg, wurde aber oft als weniger originell bewertet als spätere Werke.

Musikalische Entwicklung

The Bends (1995): Kritikerlob für den melodischeren, emotionalen Rock-Sound. Hits: High and Dry, Fake Plastic Trees.

OK Computer (1997): Internationaler Durchbruch.

Themes: Entfremdung, Technik, Politik.

Innovativ in Sound und Struktur.

Oft als eines der besten Alben aller Zeiten bezeichnet.

Kid A (2000) & Amnesiac (2001):

Radikaler Stilwechsel: elektronische Musik, Ambient, experimentell.

Zunächst kontrovers, heute Kultstatus.

Hail to the Thief (2003): Politisch aufgeladen, Mischung aus Rock und Elektronik.

In Rainbows (2007):

Veröffentlichung als Pay-What-You-Want-Download – revolutionär für die Musikindustrie.

Kritiker und Fans feierten das Album als Rückkehr zur Balance von Experiment und Melodie.

The King of Limbs (2011): Elektronisch-minimalistisch, mit komplexen Rhythmen.

A Moon Shaped Pool (2016): Orchestraler, melancholischer Sound, sehr persönliches Album.

Einfluss & Bedeutung

Radiohead gilt als eine der wichtigsten und innovativsten Bands der modernen Rock- und Alternativmusik.

Sie prägten Generationen von Künstlern durch ihre Risiko-Bereitschaft, neue Sounds zu erforschen.

Themen: Entfremdung, Politik, Umwelt, zwischenmenschliche Beziehungen.

Besonders Thom Yorke’s markante Stimme und Jonny Greenwood’s Sound-Experimente prägen die Band.

Erfolge & Auszeichnungen

Über 30 Millionen Alben weltweit verkauft.

Mehrfacher Grammy-Gewinner, u. a. OK Computer und In Rainbows.

2019: Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame.

Zahlreiche Kritikerlisten: OK Computer und Kid A gehören regelmäßig zu den besten Alben aller Zeiten.

Fazit

Radiohead sind eine Band, die sich ständig neu erfindet, statt sich auf alten Erfolgen auszuruhen. Vom Gitarrenrock über elektronische Experimente bis zu orchestralen Klanglandschaften – ihr Werk prägt seit Jahrzehnten den modernen Rock und bleibt zugleich zeitlos relevant.

Aktueller Status

Tournee 2025 angekündigt
Radiohead kehren nach sieben Jahren Live-Pause zurück auf die Bühne mit einer Europa-Tour im Winter 2025.
Die Tour umfasst 20 Konzerte (je vier Nächte in fünf Städten): Madrid, Bologna, London, Kopenhagen und Berlin.

Ticket-Verfahren & Fairnessmaßnahmen

Fans müssen sich vorab registrieren über ihre offizielle Webseite, um Zugangscodes fürs Ticketkaufen zu bekommen. So will die Band Ticket-Bots und den Ticketwiederverkauf („touting“) eindämmen.

Ein Teil der Einnahmen pro Ticket geht an wohltätige Zwecke: z. B. „Médecins Sans Frontières“.

Setlist & Aufführungsstil

Bassist Colin Greenwood sagte, sie nähmen eine „Busking Attitude“ an: also eine gewisse Spontaneität und Vielfalt in der Setlist. Erwartet werden etwa 70 Songs, die sie aus ihrem Katalog auswählen könnten.

Ob sie neue Musik präsentieren werden, ist noch nicht bestätigt.

Weitere Projekte der Bandmitglieder in der Pause
Während Radiohead nicht als Gesamtband aufgetreten sind, waren die Mitglieder nicht untätig:

Thom Yorke & Jonny Greenwood sind mit ihrer Nebenband The Smile aktiv.

Ed O’Brien hat Solo-Arbeit gemacht (EOB), Phil Selway hat Solo-Alben veröffentlicht.

Yorke hat auch in Theaterproduktionen mitgewirkt (z. B. Hamlet mit seiner Überarbeitung von Hail to the Thief).

Neues Livealbum als Veröffentlichung geplant
Radiohead bringen ein Livealbum heraus: Hail to the Thief – Live Recordings 2003-2009. Die digitale Version ist draußen, die Vinyl-Ausgabe folgt. Veröffentlichungstermin ist der 31. Oktober 2025.

    Was könnte noch kommen / offene Fragen

    Neues Studioalbum?
    Es gibt Spekulationen, besonders durch die Gründung einer LLP (RHEUK25 LLP), in der alle Bandmitglieder aufgeführt sind — oft ein Hinweis auf neue Projekte bei Radiohead. Aber bisher kein offizielles Statement, dass ein neues Album definitiv kommt.

    Ob und wie viele weitere Tourdaten folgen
    Die Tourdaten für Winter 2025 sind bisher nur in Europa. Es ist offen, ob weitere Konzerte in Nordamerika, Asien oder anderswo geplant sind.

    Setlistgestaltung & Songpräsenz
    Fans hoffen, dass alte Lieblingssongs gespielt werden – eventuell auch Raritäten oder Songs, die lange nicht live waren, da die Band gesagt hat, das Set werde variieren.