1950 - 1970 · Serge Gainsbourg & Jane Birkin

Je t'aime moi non plus

Grunddaten Titel: Je t’aime… moi non plus (“Ich liebe dich… ich auch nicht”) Hauptinterpreten: Serge Gainsbourg & Jane Birkin. Geschrieben von Serge Gainsbourg.

Serge Gainsbourg & Jane Birkin: Je t'aime moi non plus

Grunddaten

Titel: Je t’aime… moi non plus (“Ich liebe dich… ich auch nicht”)

Hauptinterpreten: Serge Gainsbourg & Jane Birkin.

Geschrieben von Serge Gainsbourg.

Veröffentlichung: Version mit Jane Birkin im Februar 1969.

Länge: etwa 4 Minuten 22 Sekunden.

Genre: Chanson / Pop mit stark erotischer Stimmung und orchestraler Begleitung.

Entstehung & Hintergrund

Der Song wurde ursprünglich 1967 für Brigitte Bardot geschrieben, mit der Gainsbourg damals eine Beziehung hatte.

Bardot nahm eine Version auf, entschied sich aber dagegen, sie zu veröffentlichen – aus Sorge um ihre Ehe und Öffentlichkeit.

1968/1969 entstanden die Aufnahmen mit Jane Birkin. Birkin erzählt, dass Gainsbourg sie fragte, ob sie den Song aufnehmen wolle – sie stimmte zu.

Das Arrangement stammt von Arthur Greenslade.

Text & Thema

Der Titel spielt mit der Ambivalenz von Liebe: “Ich liebe dich… ich auch nicht”.

Der Songtext enthält Zeilen wie: „Je vais, je vais et je viens / Entre tes reins / Et je me retiens“
(„Ich gehe, ich gehe und ich komme / Zwischen deinen Hüften / Und ich halte mich zurück“)

Es geht um körperliche Liebe, Sehnsucht und vielleicht auch um das „Nicht-Ganz-Erreichen“ oder die Selbstbeherrschung in einer Liebesbeziehung.

Rezeption & Skandal

Der Song war umstritten, da er offen erotische Elemente enthält (z. B. achtsames Atmen, suggestive Texte) – das führte zu Verboten und Zensur.

In einigen Ländern – z. B. bei Radiosendern – wurde er verboten oder erst spät gespielt wegen seiner “zu viel” Offenheit.

Trotz (oder gerade wegen) der Kontroverse wurde er ein grosser Hit: Er erreichte etwa Platz 1 in UK (mit Jane Birkin-Version) und verkaufte sich weltweit millionenfach.

Bedeutung & Einfluss

Der Song gilt als einer der ikonischsten französischen Popsongs – er markiert ein Zusammenkommen von Chanson, Erotik und Popkultur. Er beeinflusste später zahlreiche Künstlerinnen und Künstler und wird häufig in Listen der einflussreichsten Songs genannt.

Die Verbindung von Gainsbourg & Birkin wurde durch diesen Song besonders symbolträchtig.

Kontext & Kurioses

Der Titel soll inspiriert sein von einem Ausspruch von Salvador Dalí: „Picasso ist Spanier – ich auch. Picasso ist ein Genius – ich auch. Picasso ist Kommunist – ich auch nicht (moi non plus)“.

Birkin sagte, dass bei der Aufnahme ihr Atmen so stark war, dass der Regisseur sie bat, sich zu beruhigen.

Obwohl die Texte sehr intim sind, bleibt das Werk im Bereich der Kunst-Pop-Produktion – eine Mischung aus Provokation und Eleganz.

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Bio von The Cristals

Serge Gainsbourg

Geburtsname: Lucien Ginsburg

Geboren: 2. April 1928 in Paris

Gestorben: 2. März 1991 in Paris

Beruf: Sänger, Komponist, Texter, Schauspieler, Regisseur

Hintergrund
Serge Gainsbourg war Sohn russisch-jüdischer Einwanderer, die aus der Sowjetunion flohen. Schon früh zeigte er großes Talent für Musik und Malerei. Zunächst wollte er Maler werden, bevor er als Pianist in Bars arbeitete.

Musikalischer Stil

Anfangs schrieb er klassische Chansons mit poetisch-ironischen Texten.

Später mischte er Jazz, Pop, Rock, Reggae, Funk und Elektronik.

Bekannt für seine provokanten, doppeldeutigen Texte und seine tiefe, sprechende Stimme.

Berühmte Songs

Le Poinçonneur des Lilas (1958)

La Javanaise (1963)

Je t’aime… moi non plus (1969, mit Jane Birkin)

Melody Nelson (1971)

Aux armes et cætera (1979 – Reggae-Version der Marseillaise, Skandal!)

Gainsbourg war Meister der Provokation, aber auch ein hochintelligenter Lyriker, der Sprache wie Musik zu Kunst verwandelte.

Jane Birkin

Geboren: 14. Dezember 1946 in London

Gestorben: 16. Juli 2023 in Paris

Beruf: Schauspielerin, Sängerin, Model, Stil-Ikone

Hintergrund:
Jane Birkin war die Tochter des britischen Schauspielers David Birkin und der Schauspielerin Judy Campbell.
Sie wurde in den 1960ern durch den Film Blow-Up (1966, Michelangelo Antonioni) bekannt.

Karriere in Frankreich:
Nach einem Umzug nach Paris für den Film Slogan (1968) lernte sie Serge Gainsbourg kennen.
Gemeinsam wurden sie zum Symbol der französischen Bohème, Erotik und Popkultur.

Wichtige Lieder & Filme:

Je t’aime… moi non plus (1969)

Di doo dah (1973, Soloalbum)

Ex fan des sixties (1978)

Filme: Slogan (1969), Je t’aime moi non plus (1976, Regie Gainsbourg), Death on the Nile (1978), La Belle Noiseuse (1991)

Stil:
Jane Birkin wurde zur Modeikone – bekannt für ihren natürlichen Look, Jeans, Korbtaschen und androgyne Eleganz.
Die berühmte Hermès Birkin Bag wurde später nach ihr benannt.

Ihre Beziehung

Sie lernten sich 1968 bei den Dreharbeiten zu Slogan kennen.

Bald darauf entstand ihr berühmtester Song: „Je t’aime… moi non plus“ – ursprünglich für Brigitte Bardot geschrieben.

Ihre Beziehung war leidenschaftlich, kreativ und oft stürmisch.

Sie lebten 12 Jahre zusammen (1968–1980) und bekamen eine Tochter: Charlotte Gainsbourg (geboren 1971), die später selbst eine bekannte Schauspielerin und Sängerin wurde.

Künstlerisches Duo

Gemeinsam prägten sie das französische Chanson der 70er wie kaum jemand anderes.

Sie arbeiteten an zahlreichen Filmen, Alben und TV-Auftritten.

Gainsbourg schrieb viele Lieder speziell für Birkin – oft zart, manchmal provokant, immer poetisch.

Nachwirkung

Nach der Trennung blieben sie eng verbunden. Jane Birkin blieb seine Muse, und sie trat noch lange seine Lieder auf.

Nach Gainsbourgs Tod 1991 hielt Birkin sein Erbe lebendig – mit Konzerten und Hommagen.

Beide gelten heute als Symbol des modernen französischen Chansons, aber auch als Sinnbild einer unmöglichen, ewigen Liebe.

Vermächtnis

Serge Gainsbourg: Begraben auf dem Friedhof Montparnasse in Paris; sein Haus in der Rue de Verneuil ist heute ein Museum.

Jane Birkin: Nach ihrem Tod 2023 wurde sie mit nationalen Ehren verabschiedet – ganz Frankreich trauerte um „la plus anglaise des Françaises“.