Hintergrund & Entstehung
Titel: Relax
Interpret: Frankie Goes to Hollywood
Veröffentlichung: 24. Oktober 1983 (UK)
Album: Welcome to the Pleasuredome (1984)
Label: ZTT Records
Songwriter: Holly Johnson, Mark O’Toole, Brian Nash, Peter Gill
Produzent: Trevor Horn
Musikstil & Aufbau
Relax“ ist ein Mix aus Synthpop, Hi-NRG und Dance.
Tempo: ca. 116 BPM
Charakter: treibender elektronischer Beat, markanter Basslauf, Synthesizer-Flächen, energischer Gesang von Holly Johnson.
Besonderheit: Der Song baut sich über mehrere Minuten auf, mit stetigen Steigerungen und Breaks – perfekt für Clubs.
Lyrischer Inhalt
Offiziell geht es um „Loslassen“ und Entspannung – aber der Text hat deutliche sexuelle Anspielungen, vor allem auf homosexuelle Begegnungen.
Textzeilen wie „Relax, don’t do it, when you want to come“ wurden in den 80ern als sehr provokant empfunden.
Sänger Holly Johnson sagte später offen, dass es ein Song über Sex und Lust ist.
Kontroverse & Zensur
BBC-Verbot: Im Januar 1984, kurz nach einem Auftritt in Top of the Pops, verbannte die BBC den Song aus Radio und Fernsehen wegen „expliziten Inhalts“.
Ironie: Das Verbot machte den Song erst recht populär – er schoss an die Spitze der UK-Charts.
Chart-Erfolge
UK: Platz 1 für 5 Wochen, eine Million verkaufte Singles.
USA: Platz 10 der Billboard Hot 100 (1985).
Wurde in vielen Ländern Top-10-Hit und mehrfach mit Platin ausgezeichnet
Popkulturelle Bedeutung
Der Song wurde ein Symbol für 80er-Exzess, Queer Culture und provokante Popkunst.
„Frankie Says Relax“-T-Shirts wurden Kultobjekte.
Wurde in zahlreichen Filmen, Serien und Werbungen verwendet (z. B. Zoolander, The Proposal, Body Double).
Gilt heute als einer der einflussreichsten Dance-Tracks der 80er.
Trivia
Produzent Trevor Horn (The Buggles, später Art of Noise) war berüchtigt für seine aufwändigen Studio-Produktionen – die finale Version hatte kaum noch Spuren der ursprünglichen Bandaufnahme.
Es gibt mehrere Remix-Versionen, darunter der legendäre 12″ New York Mix.
“Relax“ war die erste von drei aufeinanderfolgenden UK-Nummer-1-Hits der Band.
Youtube
Bio – Frankie Goes to Hollywood
Gegründet: 1980 in Liverpool, England
Ursprung: Entstand aus mehreren lokalen Bands (u. a. Big in Japan, The Spitfire Boys).
Name: Stammt von einer Comic-Überschrift über Frank Sinatra: “Frankie Goes to Hollywood”.
Mitglieder der klassischen Besetzung:
Holly Johnson – Gesang
Mark O’Toole – Bass
Brian Nash – Gitarre
Peter Gill – Schlagzeug
Paul Rutherford – Gesang, Keyboard
Durchbruch (1983–1984)
Debütsingle „Relax“ (1983) war zunächst ein Clubhit, explodierte aber nach BBC-Zensur.
Folge-Singles „Two Tribes“ und „The Power of Love“ erreichten ebenfalls Platz 1 in UK.
Mit diesen drei Singles waren sie die erste Band seit Gerry and the Pacemakers (1964), deren erste drei Singles auf Platz 1 landeten.
Debütalbum
„Welcome to the Pleasuredome“ (1984)
Doppelalbum, produziert von Trevor Horn.
Mischung aus Pop, Dance, Rock und politischer Satire.
Verkauft sich millionenfach, wird 80er-Kult.
Stil & Image
Stark beeinflusst von Synthpop, New Wave und Gay Club Culture.
Provokante Texte, homoerotische Anspielungen, grelle Mode.
Marketingkampagnen mit „Frankie Says…“-T-Shirts werden ikonisch.
Zweites Album & Niedergang
„Liverpool“ (1986)
Härterer, gitarrenlastiger Sound.
Weniger Erfolg, gemischte Kritiken.
Interne Spannungen, vor allem zwischen Johnson und den anderen Mitgliedern.
1987: Holly Johnson verlässt die Band, danach faktische Auflösung.
Nach der Auflösung
Holly Johnson: erfolgreiche Solokarriere (Blast, 1989), später Maler und Autor.
Mark O’Toole, Brian Nash, Peter Gill: arbeiteten zeitweise in anderen Projekten, blieben aber weniger bekannt.
Paul Rutherford: veröffentlichte Solomusik, später Fotograf.
Mehrere Reunion-Versuche ohne Holly Johnson, teils unter dem Namen “Frankie Goes to Hollywood”, jedoch ohne großen Erfolg
Erbe & Bedeutung
Stehen für die provokante, experimentierfreudige Seite der 80er.
„Relax“, „Two Tribes“ und „The Power of Love“ bleiben Dauerbrenner in Clubs und auf 80er-Playlists.
2023 traten die Originalmitglieder (ohne Johnson) kurz bei der Eröffnungsfeier des Eurovision Song Contest in Liverpool auf.