Allgemeine Infos
Allgemeine Infos
Titel: Welcome to the Pleasuredome
Künstler: Frankie Goes to Hollywood
Erscheinungsdatum: 29. Oktober 1984Label: ZTT Records (Trevor Horns Label)Produzent: Trevor Horn
Genre: Synthpop, New Wave, Art Pop, Dance-Rock
Laufzeit: ca. 65 Minuten (Doppelalbum auf Vinyl)
Hintergrund
„Welcome to the Pleasuredome“ war das Debütalbum der britischen Band Frankie Goes to Hollywood, die in den 1980ern für ihre provokanten Texte, extravaganten Auftritte und ihre enge Verbindung zur ZTT-Ästhetik bekannt wurde.
Nach dem Welterfolg ihrer Single „Relax“ (1983), die wegen ihrer sexuellen Anspielungen in Großbritannien zunächst von der BBC zensiert wurde, wurde das Album zu einem der meistdiskutierten Debüts der Popgeschichte.
Musikalischer Stil & Konzept
Das Album ist konzeptionell angelegt — eine Art Reise durch Vergnügen, Exzess, Versuchung und Eskapismus.
Die Musik mischt:
orchestralen Pop,
elektronische Beats,
Rock-Gitarren,
bombastische Studioeffekte.
Trevor Horns Produktion ist legendär: opulent, vielschichtig und stark experimentell. Viele Kritiker bezeichnen das Album als ein Meisterwerk des 80s-Studio-Pop.
Trackliste (Original 1984)
LP 1 – “Welcome to the Pleasuredome”
- Well…
- The World Is My Oyster
- Snatch of Fury (Stay)
- Welcome to the Pleasuredome
LP 2 – “Maximum Joy”
5. Relax (Come Fighting)
6. War (and Hide) — Cover von Edwin Starr
7. Two Tribes (For the Victims of Ravishment)
8. Born to Run — Cover von Bruce Springsteen
9. San José (The Way)
10. Wish (The Lads Were Here)
11. The Ballad of 32
12. Krisco Kisses
13. Black Night White Light
14. The Only Star in Heaven
15. The Power of Love
16. Bang…
Hits & Erfolge
- „Relax“ – Platz 1 der UK-Charts (5 Wochen), über 2 Mio. verkaufte Exemplare.
- „Two Tribes“ – ebenfalls Platz 1 in UK (9 Wochen!), Anti-Kriegs-Thema.
- „The Power of Love“ – dritter UK-Nummer-1-Hit, romantisch und spirituell.
Diese drei Singles machten Frankie Goes to Hollywood zu einer der wenigen Bands, deren erste drei Singles alle Platz 1 in Großbritannien erreichten.
Kulturelle Bedeutung
Das Album symbolisiert Hedonismus, Provokation und die Ära des Überflusses der 1980er.
Der Titel „Pleasuredome“ bezieht sich auf Samuel Taylor Coleridges Gedicht Kubla Khan („In Xanadu did Kubla Khan a stately pleasure dome decree…“).
Visuell und textlich spielte die Band mit Sex, Macht, Politik und Konsumkritik.Das Albumcover (Illustration von Lo Cole) ist selbst ikonisch — voller surrealer, erotischer und mythologischer Motive.
Rezeption
UK: Platz 1 der Albumcharts
USA: Platz 33 (Billboard 200)
Kritiker: Damals gemischt (zu bombastisch), heute oft als 80s-Meilenstein gefeiert.
Mehrfach mit Platin ausgezeichnet (u. a. UK und Deutschland).
Zitat von Trevor Horn (Produzent):
„Es war weniger ein Album einer Band – mehr ein Klanguniversum. Wir wollten zeigen, was mit Studio-Technik alles möglich ist.“
Youtube
Bio von Robbie Woilliams
Gründung & Mitglieder
Gegründet: 1980 in Liverpool, England
Bandname: inspiriert von einem Magazinartikel über Frank Sinatra mit dem Titel “Frankie Goes to Hollywood”
Ursprüngliche Besetzung:
Holly Johnson – Gesang
Paul Rutherford – Gesang, Keyboards, Tänzer
Brian Nash (Nasher) – Gitarre
Mark O’Toole – Bass
Peter Gill – Schlagzeug
Durchbruch (1983–1984)
Frankie Goes to Hollywood tauchten 1983 in der britischen Musikszene auf – zur selben Zeit, als MTV und New Wave aufblühten.
Ihre Debütsingle „Relax“ (1983) schlug ein wie eine Bombe:
Produziert von Trevor Horn (ZTT Records)
Sound: eine Mischung aus Elektro, Funk und provokantem Pop
Text: offen sexuell – was zur Zensur durch die BBC führte
Die Zensur wirkte jedoch wie Werbung:
Der Song wurde ein Skandal und zugleich ein Welthit.
Er erreichte Platz 1 der UK-Charts, blieb dort 5 Wochen, und verkaufte sich über 2 Millionen Mal.
Ihr zweiter Hit „Two Tribes“ (1984), eine satirische Anti-Kriegs-Hymne über den Kalten Krieg, toppte den Erfolg – 9 Wochen Platz 1 in Großbritannien.
Der dritte Hit, „The Power of Love“, zeigte die sanfte, spirituelle Seite der Band – ebenfalls ein Nummer-1-Hit.
Mit diesen drei Singles war Frankie Goes to Hollywood eine der wenigen Bands, deren erste drei Singles alle die Spitze der UK-Charts erreichten.
Das Debütalbum – „Welcome to the Pleasuredome“ (1984)
Ihr erstes Album war ein monumentales Doppelalbum, produziert von Trevor Horn.
Es vereinte Pop, Rock, Elektronik und Konzeptkunst zu einem audiovisuellen Gesamterlebnis.
Das Album wurde ein Riesenerfolg:
Platz 1 in den UK-Albumcharts
Mehrere Platin-Auszeichnungen
Über 1 Million verkaufte Exemplare im ersten Jahr
Provokation & Image
Frankie Goes to Hollywood waren mehr als nur Musik – sie waren ein Medienphänomen.
Ihre Musikvideos (v. a. „Relax“) waren sexuell aufgeladen und ästhetisch avantgardistisch.
Die Band nutzte gezielt Schockeffekte, homoerotische Symbolik und politische Themen.
Das ZTT-Marketing (von Paul Morley) war legendär – etwa die berühmten „FRANKIE SAY RELAX“-T-Shirts.
Sie standen für sexuelle Befreiung, Hedonismus und Rebellion gegen das Establishment.
Zerfall & Ende (1986–1987)
Nach dem überwältigenden Erfolg wurde es schwierig, das Niveau zu halten:
Ihr zweites Album „Liverpool“ (1986) war rockiger, ernster – und verkaufte sich deutlich schlechter.
Interne Spannungen, Streit mit dem Label und untereinander führten 1987 zur Auflösung.
Holly Johnson begann eine Solo-Karriere („Love Train“, „Americanos“) und setzte sich juristisch von ZTT frei.
Spätere Jahre
1993: Kurzlebige Reunion ohne Holly Johnson.
2004: Versuch einer Neuauflage unter dem Namen FGTH Reloaded, aber ohne großen Erfolg.
Holly Johnson veröffentlichte mehrere Soloalben und blieb künstlerisch aktiv (auch als Maler und Autor).
Paul Rutherford arbeitete als DJ und in der Modewelt.
Erbe & Einfluss
Frankie Goes to Hollywood gehören heute zu den ikonischsten Pop-Acts der 80er.
Sie beeinflussten Künstler von Pet Shop Boys bis Lady Gaga – sowohl musikalisch als auch visuell.
Ihre größten Songs:
Relax
Two Tribes
The Power of Love
Welcome to the Pleasuredome
Sie verkörpern perfekt das Motto ihrer Zeit:
Exzess, Experiment und totale Inszenierung.